Das Gleichnis von der Hochzeitsfeier
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Und nachdem Jesus geantwortet hatte, redete er wieder zu ihnen in Gleichnissen und sagte: „Das Reich der Himmel gleicht mit einem Menschen – einem König –, der seinem Sohn eine Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, um die geladenen [Gäste] zu den Hochzeitsfeierlichkeiten1 zu rufen, aber sie2 wollten nicht kommen. Erneut schickte er andere Knechte und sagte: ‚Sagt den geladenen [Gästen]: Siehe!, ich habe mein Mahl vorbereitet, meine Ochsen und Mastkälber [sind] geschlachtet und alles [ist] bereit; kommt zu den Hochzeitsfeierlichkeiten!‘ Sie aber ignorierten [die Einladung] und gingen weg: der eine zu seinem Acker, der andere zu seinem Geschäft; die übrigen aber ergriffen seine Knechte und misshandelten sie, und sie töteten sie. Und als jener König das hörte, wurde er wütend, und er schickte seine Truppen und tötete jene Mörder, und er setzte ihre Stadt in Brand. Anschließend sagt er zu seinen Knechten: ‚Der Bräutigam ist zwar bereit, aber die geladenen [Gäste] waren nicht würdig! Geht also an die Kreuzungen3 und ladet zu den Hochzeitsfeierlichkeiten ein, so viele ihr findet!‘ 10 Und jene Knechte gingen hinaus zu den Wegen und sammelten alle, die sie fanden, sowohl böse als auch gute [Menschen]; und die Hochzeit füllte sich mit [zu Tisch] Liegenden. 11 Als nun der König hereinkam, um sich die [zu Tisch] Liegenden zu anzuschauen, sah er dort einen Menschen, der sich nicht mit der Kleidung für eine Hochzeit gekleidet hatte, 12 und er sagt zu ihm: ‚Kamerad, wie bist du hier hereingekommen, obwohl du nicht die Kleidung für eine Hochzeit hast?‘ Er aber verstummte. 13 Daraufhin sagte der König zu den Dienern: ‚Fesselt seine Füße und Hände und nehmt ihn und werft ihn hinaus in die äußerste4 Finsternis!‘ Dort wird es Weinen und Zähneknirschen geben. 14 Denn viele sind berufen, aber wenige erwählt.“
Cäsar und seine Steuer
15 Daraufhin gingen die Pharisäer und hielten Rat, um ihn in einer Aussage5 zu verstricken. 16 Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und du den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und es kümmert dich nicht, ‹was andere denken6; du siehst nämlich nicht auf das Angesicht der Menschen. 17 Sag uns also, was du meinst: Ist es erlaubt, Cäsar7 Steuer ‹zu zahlen8 oder nicht?“ 18 Jesus erkannte aber ihre Bosheit und sagte: „Warum stellt ihr mich auf die Probe, ihr Heuchler? 19 Zeigt mir die Münze für die Steuer!“ Sie aber brachten ihm einen Denar. 20 Da sagt er zu ihnen: „Wessen Bild und Inschrift [sind] dies?“ 21 Sie sagen zu ihm: „Cäsars.“ Daraufhin sagt er zu ihnen: „Gebt also Cäsar zurück, was Cäsar [gehört], und Gott, was Gott [gehört]!“ 22 Und als sie das hörten, staunten sie, und sie verließen ihn und gingen fort.
Ehe und Auferstehung
23 An jenem Tag kamen Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn 24 und sagten: „Lehrer, Mose hat gesagt: ‚Wenn jemand stirbt, der keine Kinder hat, dann soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder einen Nachkommen auferstehen lassen.‘9 25 Bei uns gab es nun sieben Brüder, und der erste verstarb, nachdem er geheiratet hatte, und weil er keinen Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. 26 Genauso auch der zweite und der dritte bis zum siebten; 27 ‹Zuletzt von allen10 aber starb auch die Frau. 28 Von welchem der sieben [Brüder] wird sie also bei der Auferstehung die Ehefrau sein? Denn sie alle hatten sie [zur Frau].“
29 Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt. 30 Denn bei der Auferstehung heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel Gottes11 im Himmel. 31 Und habt ihr bezüglich der Auferstehung der Toten nicht gelesen, was euch von Gott zugesagt wurde, als er sprach: 32 Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“12 33 Und als die Menschenmengen das hörten, staunten sie über seine Lehre.
Das wichtigste Gebot
34 Die Pharisäer aber – als sie hörten, dass er die Sadduzäer sprachlos gemacht hatte – versammelten sich am selben [Ort], 35 und einer von ihnen, ein Experte in Gesetzesfragen, fragte ihn, um ihn auf die Probe zu stellen, und sagte: 36 „Lehrer, welches [ist] das größte13 Gebot im Gesetz?“ 37 Jesus aber sagte zu ihm: „‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand!‘14 38 Dies ist das erste und größte Gebot. 39 Ein zweites aber [ist] ihm gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘15 40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
Das Verhältnis von David zum Messias
41 Da sich nun die Pharisäer versammelt hatten, fragte Jesus sie 42 und sagte: „Was meint ihr bezüglich des Gesalbten16? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids.“ 43 Er sagt zu ihnen: „Wieso nennt David ihn dann im Geist ‚Herr‘ und sagt: 44 ‚Der Herr sagte meinem Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten17,

bis ich deine Feinde hinsetze

als Schemel für deine Füße.‘18
45 Wenn nun David ihn als Herrn bezeichnet, wieso ist er sein Sohn?“ 46 Da konnte ihm keiner ein Wort antworten; und niemand wagte es von jenem Tag an, ihn weiter zu befragen.
1#W „Hochzeiten“; so auch Vv. 4.92#D.h. die Gäste3#W „Ausgänge der Wege“; gemeint sind wohl Knotenpunkte wie Stadttore und Weggabelungen4#W „äußere“5#O „Frage“; W „(mit) einem Wort“; es ist unklar, ob eine Fangfrage oder die Antwort darauf gemeint ist6#W „um niemanden“7#Gemeint ist der römische Kaiser8#E „geben“9#5Mo 25,5-610#W „Später als alle“11#T- „Gottes“12#2Mo 3,613#W „große“; so auch V. 3814#5Mo 6,515#3Mo 19,1816#Gr. christos17#Bezeichnet einen Ort der Ehre und delegierten Verantwortung18#Ps 110,1